Übliche Marktpraxis

Übliche Marktpraxis

Das Rückgrat der quantitativen Finanzmarktanalyse ist die sogenannte Brownsche Bewegung, die als eine zeitliche Verkettung von Normalverteilungen betrachtet werden kann. Diesem Ansatz inhärent sind Annahmen von Symmetrie, kleinen Schwänzen, Ausreißer-Sensitivitäten etc., die jedoch alle typischerweise nicht der Realität entsprechen.

Die Normalverteilung ist symmetrisch und wenn ihr Mittelpunkt entsprechend der Hypothese effizienter Märkte auf den aktuellen Marktwert gelegt wird, würde es bedeuten, dass die Wahrscheinlichkeit sowohl eines steigenden als auch eines fallenden Marktes jeweils 50% beträgt. Richtungsprognosen für zukünftiges Marktverhalten können damit genauso wenig wie mit einem zufälligen Münzwurf getroffen werden. Darüber hinaus bedingt die Normalverteilung noch viele andere Nachteile, die übliche Verwendung des „Value at Risk“ ist hier nur ein Beispiel.

Im Rahmen des Risikomanagements sind die Mängel dieses und anderer Modelle so gravierend, dass Spezialisten in Universitäten, Banken und Versicherungen auf der ganzen Welt bemüht sind, angemessene Techniken und Alternativen zu finden, um die Nachteile besser in den Griff zu bekommen. Obwohl einige dieser Bemühungen kurzfristig zufriedenstellende Modelle hervorgebracht haben, erweisen sich viele von ihnen jedoch auf lange Sicht als instabil und damit unzuverlässig.

Die Hypothese effizienter Märkte besagt, dass sich alle für einen Finanzmarkt relevanten Informationen im Preis widerspiegeln und jegliche Änderung des Marktpreises daher rein zufällig und unvorhersehbar ist. Trotz ihrer Popularität hat sich die Hypothese effizienter Märkte als ungerechtfertigte Annahme erwiesen, die für viele Märkte in der realen Welt einfach nicht anwendbar ist.

All diese Probleme bei der Analyse der Kapitalmärkte deuten darauf hin, dass eine völlig neue Herangehensweise erforderlich ist, um das Marktverhalten adäquat zu erfassen.

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